Hier könnt ihr die entwicklung des Babys im Mutterleib erkunden, Woche für Woche.

 

1. Woche

In dieser ersten Woche des Schwangerschaftskalenders, beginnend mit dem ersten Tag der letzten Regel, sind Sie noch gar nicht schwanger! Sie dient allein der rechnerischen Bestimmung des Geburtstermins. Wir zählen nämlich 40 Wochen in der Schwangerschaft, Startpunkt ist der erste Tag Ihrer letzten Regel. Und so bestimmen Sie den Geburtstag Ihres Kindes (gemäß der Naegeleschen Regel):

  Schreiben Sie das Datum des ersten Tages der letzten Regel auf.
Also zum Beispiel: 7.6.

  Addieren Sie zu den Tagen die Zahl 7: 7 + 7 = 14

  Ziehen Sie von den Monaten die Zahl 3 ab: 6 - 3 = 3

Ihr Kind kommt in diesem Beispiel demnach voraussichtlich am 14. März des folgenden Jahres zur Welt. Doch Vorsicht: Tatsächlich wird nur ein geringer Prozentsatz der Kinder an Ihrem errechneten Termin geboren. Schwankungen von bis zu zwei Wochen sind durchaus üblich.

 

2. Woche

Der Eisprung findet statt. In den nachfolgenden Stunden ist die Chance einer Befruchtung optimal. Die Befruchtung kann aber auch noch 24 Stunden nach dem Eisprung erfolgen. Wenn der männliche Samen auf die Eizelle trifft und beide miteinander verschmelzen, entsteht die erste Zelle Ihres Babys: die Zygote. Sie enthält bereits alle Anlagen Ihres Kindes: die Augenfarbe, die Länge der Nase, die Größe der Füße und das Geschlecht!

Das Geschlecht des Kindes wird ausschließlich vom Mann bestimmt. Seine Samenzellen sind Träger des X-Chromosoms (dann wird es ein Mädchen) oder des Y-Chromosoms (es wird ein Junge). Die männlichen Samenzellen gelten als schneller, aber auch als empfindlicher als die weiblichen. Das heißt, sie haben eine geringere Lebensdauer, während die weiblichen Samenzellen bis zu drei Tage überleben können.

 

3. Woche

Die befruchtete Eizelle wandert durch den Eileiter zur Gebärmutter. Auf dem Weg dorthin teilt sie sich weiter und bildet eine kugelige Ansammlung von Zellen, die Morula. In der Gebärmutter angekommen - die Eizelle wird nun Blastozyste oder Blastula genannt - nistet sie sich in die Schleimhaut der Gebärmutter ein. Es ist der siebte Tag nach der Befruchtung.

 

4. Woche

In der Gebärmutterschleimhaut eingenistet, beginnt sich die Blastozyste zu entwickeln:

  zum Embryoblasten, aus dem das Kind und ein Teil der Plazenta entstehen, und
  in den Trophoblast, aus dem sich später vor allem die Plazenta (Mutterkuchen) entwickelt.

Sie wissen noch nicht, dass Sie ein Kind erwarten. Nichts deutet auf eine Schwangerschaft hin. Doch im Inneren Ihres Körpers arbeitet der Organismus bereits auf Hochtouren, um Sie für die kommenden neun Monate "fit" zu machen. Wenn Sie zum Beispiel eine Temperaturkurve geführt haben, werden Sie jetzt feststellen, dass die Temperatur bei den Messungen oben bleibt. Das ist bereits ein erster Hinweis auf eine mögliche Schwangerschaft.

 

5. Woche

Eine Meisterleistung ist vollbracht: Am Ende dieser Woche wird der Embryo bereits ein Herz haben, das schlägt! Ganze vier Millimeter misst Ihr Baby.

Ihre Monatsblutung bleibt aus. Der Schwangerschaftstest wird positiv. Am besten Sie rufen gleich bei Ihrem Frauenarzt an und machen einen Termin für die erste Vorsorgeuntersuchung aus. So wird die Schwangerschaft von Anfang an ärztlich überwacht. Auch finden Sie hier erste Antworten auf die vielen Fragen, die Ihnen nun durch den Kopf schwirren. Medikamente sollten Sie zum Beispiel ab jetzt auch nur noch nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen. Rücksprache erfordern auch Impfungen oder Röntgenaufnahmen.

Den Konsum von Alkohol, Zigaretten und natürlich von Drogen sollten Sie für die nächsten Monate und die Zeit nach der Geburt (falls Sie vorhaben zu stillen) möglichst einstellen. Sie würden dem ungeborenen Kind schaden.

 

6. Woche

Ihr Baby ist jetzt ungefähr sechs Millimeter groß und hat das Aussehen einer kleinen Bohne. Sein Wachstum ist rasant: Innerhalb einer Woche verdoppelt es seine Größe. Wesentliche Organe entwickeln sich bereits: Das Herz schlägt kräftig, Leber, Magen, Darm und Eingeweide formen sich, der Grundstein für das Gehirn wird gelegt, das Rückenmark ist vorhanden. Und: Arme und Beine zeigen sich als feine Gliederknospen!

Die atemlose Entwicklung Ihres Kindes begleiten Sie womöglich mit Übelkeit und Erschöpfung. Vor allem am Morgen kann Ihnen schlecht werden, eventuell müssen Sie sich auch übergeben. Ist Ihr Appetit verschwunden? Leiden Sie unter Verstopfung? Auch das können normale Begleiterscheinungen der ersten Monate Ihrer Schwangerschaft sein. Energielos schleppen Sie sich durch den Tag, denken nach dem Aufstehen schon wieder ans Hinlegen. Außerdem drückt die Blase, andauernd müssen Sie auf das Klo verschwinden.

Auch Schlafstörungen können auftreten und zu allem Überfluss plagen sie Zweifel, ob Sie der neuen Situation gewachsen sind, ja, ob jene überhaupt erwünscht ist. Natürlich gibt es auch die glückliche Schwangere, die von all diesen "klassischen" Schwangerschaftsbeschwerden verschont bleibt.

 

7. Woche

Rund 14 Millimeter misst der Embryo und schon werden die ersten Zeichen von Nase, Ohren und Mund sichtbar. Arme und Beine sind zwar noch sehr kurz, aber Hände und Füße nehmen bereits Formen an. Arme und Hände entwickeln sich schneller als Beine und Füße. Auch nach der Geburt wird Ihr Kind zuerst greifen können, lange bevor es laufen lernt

Ihr Busen wird größer und schwerer. Auch er bereitet sich schon auf seine spätere Aufgabe, das Stillen, vor. Sie können einer Überdehnung der Haut und der Bänder, die den Busen halten, vorbeugen, indem Sie einen gut sitzenden Büstenhalter tragen. Dieser sollte stützen ohne einzuengen. Eine kalte Brustdusche regt die Durchblutung an! Meiden Sie heiße Bäder, sie weichen die Haut nur unnötig auf. Halten Sie die Haut - nicht nur die des Busens - elastisch: cremen sie freizügig!

Jetzt könnten Sie bereits den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren, damit von Beginn an alle Vorteile des Mutterschutzgesetzes genutzt werden können. Vor allem Frauen mit einem Arbeitsplatz, an welchem starke Belastungen auftreten (z.B. Röntgenassistentin), sollten frühzeitig ihre Schwangerschaft mitteilen. Allerdings sollten Sie auch wissen, dass das natürliche Fehlgeburtenrisiko noch bis zur zwölften Woche relativ hoch ist.

 

8. Woche

Ihr Baby bringt mittlerweile etwa 1,5 Gramm auf die Waage, sein Herz schlägt 140 bis 150 mal in der Minute, doppelt so häufig, wie das seiner Mutter. Der Kopf wird immer größer und scheint den Rest des Körpers an Größe bald überholen zu wollen. Der Sehnerv beginnt sich zu entwickeln und im Mund entsteht eine kleine Zunge. Es bilden sich Wirbel um das Rückenmark: Die Wirbelsäule entsteht.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Sie zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehen. Die Ergebnisse werden regelmäßig in den vom Arzt ausgehändigten Mutterpass eingetragen. Diesen Pass sollten Sie von nun an immer bei sich tragen - für Ihre Sicherheit und die Ihres Kindes.

Übernehmen Sie sich nicht! Größere körperliche Anstrengungen sollten Sie vermeiden. Sie könnten zu Gebärmutterkontraktionen führen und eine Fehlgeburt verursachen. Auf der anderen Seite sollten Sie bedenken: Sie sind nicht krank! Und in der Regel gilt, dass eine normal angelegte Schwangerschaft nur schwer zu stören ist.


9. Woche


Die Entwicklung des Kindes geht mit rasender Geschwindigkeit weiter. Es ist zwischen 17 und 22 Millimeter groß, sein Kopf nimmt dabei den meisten Platz ein. Der Hals entsteht und trennt diesen voluminösen Kopf vom restlichen Körper. Auch das Gesicht formt sich weiter: Augen und Lider sind schon ausgebildet, die Lippe und die Anlagen für die Zähne finden ihren Platz. Und: Das Kind bewegt sich! Es schlägt Salto, dreht sich um sich selbst. Noch spürt die Schwangere diese reflexartigen Bewegungen nicht. Auf dem Ultraschall kann man die "Turnübungen" jedoch gut erkennen. Die Erste von drei Ultraschalluntersuchungen findet statt (zwischen der 9. und 12. Woche).

Gesunde und ausgewogene Ernährung versorgt den Embryo bei seinem "Kraftakt" optimal. Keine Mahlzeit auslassen, gesunde, leicht verdauliche Produkte essen und für genügend Vitaminzufuhr und Mineralstoffe sorgen. Auf keinen Fall braucht die Mutter "für zwei zu essen". Trinken nicht vergessen! Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (am besten Wasser) am Tag sind jetzt besonders wichtig, da Ihre Nieren größere Filterarbeit leisten müssen.

 

10. Woche

Das Außenohr wächst - und die Nasenspitze. Daumen und Zeigefinger entwickeln sich langsam auseinander, die Augen sind weit geöffnet und noch nicht von den Lidern bedeckt. Das Herz Ihres Kindes ist vollständig und in eine rechte und linke Herzhälfte unterteilt. Rund drei bis dreieinhalb Zentimeter misst das Kind und wiegt etwa 13 Gramm. Ihr Baby ist nun ein vollständiger Mensch, alle Organe sind angelegt. Ab jetzt muss dieser kleine Mensch "nur noch" reifen und wachsen. Mithilfe des Ultraschalls kann der Arzt den Körper des Ungeborenen genau vermessen und so den voraussichtlichen Entbindungstermin auf einige Tage genau berechnen.

Übrigens: Auch für Sie ist diese Schwangerschaft "Höchstleistungssport". Die Funktion der Nieren nimmt zu, Ihr Blutvolumen steigt um rund 35 Prozent, sechs bis sieben Liter Körperwasser müssen von Ihrem Körper bewältigt werden. Und Ihre Gebärmutter wächst von 60 Gramm zu Beginn der Schwangerschaft auf rund 1.000 Gramm am Ende.

Vergessen Sie nicht, einen Zahnarzttermin abzumachen. Durch gesunde Ernährung braucht die Schwangerschaft Sie keinen Zahn zu kosten. Doch auch hier gilt: Eine wirksame Kontrolle ist besser!

 

11. Woche

Der Embryo wird zum Fötus. Vor allem die weitere Entwicklung des Gesichtes lässt den Fötus nun nicht mehr wie ein kleines Tier der Urzeit aussehen. Die Augen, anfänglich an der Seite des Kopfes gelegen, haben nun ihre Position vorne im Gesicht erreicht und auch die Ohren sitzen am rechten Platz. Nase und Mund entwickeln sich weiter, Arme und Beine werden länger. Lider bedecken nun die Augen und im Verborgenen reift der Augapfel heran.

Das Geschlecht des Kindes ist noch nicht zu erkennen. Doch auch hier sind beim Mädchen die Eierstöcke, Eileiter und der Gebärmutter-Scheiden-Kanal bereits angelegt, beim Jungen sitzen die Hoden schon hinter der Bauchwand. Alles in dieser so genannten fetalen Phase zielt auf das Wachstum und den Ausbau der in der embryonalen Phase angelegten Organe.

Sie kommen nun leicht aus der Puste: Das Herz schlägt schneller, da die Blutmenge zunimmt und das Herz eine größere Leistung erbringen muss (25 Prozent Ihres Blutes wird direkt von der Plazenta benötigt).

Bewegung tut Ihnen gut: Mindestens eine halbe Stunde spazieren gehen am Tag und das nicht gerade an der Hauptverkehrsstraße! Vergessen Sie nicht: Sie sind der Sauerstofflieferant Ihres Kindes.

 

12. Woche

Das Baby tobt. Zwar noch völlig aus dem Reflex heraus, aber die Muskeln, über die das Kind nun verfügt, ermöglichen es ihm, die Arme und Beine zu bewegen, den Kopf zu drehen und Fäustchen zu machen. Das Gehirn ist noch nicht weit genug entwickelt, um diese Bewegungen zu steuern, die Reflexe kommen direkt aus dem Rückenmark. Selbst nach der Geburt ist das Gehirn noch nicht in der Lage, die Steuerungsfunktion zu übernehmen.

Unter den bereits angelegten Milchzähnen formiert sich die Batterie der zweiten, bleibenden Zähne. Die Zahnknospen werden dort solange ruhen, bis sie rund sechs Jahre später an die Oberfläche drängen und für das niedliche Zahnlücken-Lächeln des Sprösslings verantwortlich sind.

Ach ja: Sein Fuß misst nun schon rund 9 Millimeter.

Langsam verschwinden Übelkeit und Müdigkeit und auch das Auf und Ab der Gefühle scheint sich wieder dem "unschwangeren" Zustand anzunähern. Doch kein Grund zur Sorge, falls man weiter "nah am Wasser gebaut ist". Das ist eine völlig normale Begleiterscheinung, die im Übrigen auch einige Wochen nach der Geburt für Tränen bei nichtigen Anlässen sorgen kann. Schwangeren Frauen wird auch eine besondere Gabe des Vergessens nachgesagt - von Terminen bis hin zum täglichen Einkauf der Milch.

urbia gibt Ihnen Tipps für Ihre Ernährung: Schlemmervergnügen in der Schwangerschaft.

Drei Monate haben Sie nun schon geschafft und werden dabei bis zu zwei Kilogramm zugenommen haben (falls Sie nicht unter dauernder Übelkeit und Erbrechen leiden). Nur rund 48 Gramm entfallen dabei auf Ihr Baby!. Der Rest verteilt sich auf Plazenta und Fruchtwasser, Busen und die größere Gebärmutter. Sollten Sie in den ersten Wochen abgenommen haben, besteht kein Grund zur Sorge. Ihr Baby nimmt sich, was es braucht!

Das natürlich hohe Risiko einer Fehlgeburt in den ersten drei Monaten wird kleiner.

 

13. Woche

Die ersten Knochen haben sich aus dem Knorpelgewebe entwickelt. Bein- und Beckenknochen sind erkennbar, die Rippen formen sich heraus. Und auch die ersten Haare sind als feiner Flaum im Bereich der Oberlippe und der Wimpern vorhanden.
Das Gesicht des Fötus nimmt immer mehr menschliche Züge an, der Kopf allerdings ist immer noch unproportional groß. Im Vergleich zum restlichen Körper des Babys und macht er rund ein Drittel der Körperlänge aus.

Auf Sport braucht keiner zu verzichten. Grundregel lautet hier allerdings: Immer in Maßen und aufhören, wenn´s schwer fällt! Sport sollte allein der Unterhaltung und Entspannung dienen. Im Wasser beispielsweise fühlt sich der schwangere Körper pudelwohl: die Glieder werden leicht und sonst mühsame Bewegungen werden im Nass wieder einfach. Auch Schwangerschaftsgymnastik oder Yoga sind hervorragende Bewegungs- bzw. Besinnungsübungen für eine optimale Vorbereitung auf die Geburt.

 

14. Woche

Das Baby wiegt rund 45 Gramm und ist von Kopf bis Fuß etwa zehn Zentimeter groß. Wenn Ihr Kind ein Junge wird, hat es nun schon einen kleinen Penis. Sollte es ein Mädchen werden, wandern die Eierstöcke in den Unterleib. Jetzt starten die Geschlechtsdrüsen mit der Produktion von Hormonen, die für das Ausreifen der äußeren Geschlechtsorgane notwendig sind.

Sind Sie über 35 Jahre alt? Dann zählen Sie rein medizinisch gesehen zu den Risikoschwangerschaften. Doch keine Sorge, wenn keine Schwierigkeiten auftreten, wird die Schwangerschaft ihren ganz natürlichen Gang nehmen. Ihr Arzt wird sie in einer genetischen Beratung über die Möglichkeit einer zusätzlichen Untersuchung aufklären. Hierzu gehören zum Beispiel die Amnioskopie, die Amniozentese und die Triple-Diagnostik.

 

15. Woche

Das Kind trinkt ein wenig Fruchtwasser. Es ist nun nämlich in der Lage, seinen Mund zu öffnen, zu schließen und Saugbewegungen zu vollführen. Außerdem entwickelt sich das Skelett immer weiter. Mit Hilfe des Ultraschalls kann der Umfang des Kopfes gemessen werden: rund 3,2 Zentimeter.

Ihre Taille verschwindet bis auf weiteres, der Bauch wird runder, langsam passen Hosen und Röcke nicht mehr. Oft scheinen schwangere Frauen auch weichere Gesichtszüge zu haben. Das kann durch Wassereinlagerungen unter der Haut geschehen. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie dem Werbebild der "schönen" Schwangeren mit dem makellosen Bauch und Busen, der schönen Haut und den tollen Haaren nicht entsprechen. Haut und Haare können sich in der Schwangerschaft zum Guten, aber eben leider auch zum Schlechten verändern.

 

16. Woche

Etwa 14 Zentimeter groß, ganze 110 Gramm schwer und immer aktiver wird das Kind. Mittlerweile runzelt es die Stirn, "rudert" weiter unkontrolliert mit Armen und Beinen, lutscht am Daumen und - wenn wir es nur sehen könnten - schneidet Grimassen! In dieser Woche fängt die Schilddrüse an, ihr Hormon zu produzieren. Es sichert unter anderem das Wachstum des Babys. Für eine optimale Funktion braucht die Drüse Jod, das über die Ernährung zugeführt wird. Generell wird von vielen Ärzten die Einnahme von Jod-Tabletten zur Ernährungsergänzung angeraten.

Sex in der Schwangerschaft? Natürlich! Es besteht kein Grund zur Sorge, dem ungeborenen Kind zu schaden, solange die Schwangerschaft normal verläuft. Das Baby schwimmt zufrieden in der Fruchtblase und ist in der Mitte der Gebärmutter bestens geschützt. Die Lust auf Liebesspiele kann allerdings in den ersten Monaten der Schwangerschaft durch Müdigkeit und Übelkeit auf der Strecke bleiben. In den letzten Wochen vor der Geburt wiederum kann der Liebesakt allein durch den Bauchumfang ein schwierigeres Unterfangen werden. Es gilt: Erlaubt ist, was gefällt!

 

17. Woche

Etwa 16 Zentimeter misst Ihr Baby von Kopf bis Fuß und wiegt rund 135 Gramm, so viel wie eine kleine Orange! Sauerstoff bekommt es weiter über Ihr Blut, dennoch finden bereits Atembewegungen statt - unregelmäßig und noch ohne jede Bedeutung. Das Kind übt. Das Fruchtwasser stellt dabei ein prima Terrain dar, das komplizierte Zusammenspiel von Atmen und Schlucken auszuprobieren.

Sie kommen leicht ins Schwitzen. Das hängt mit dem natürlichen Anstieg der Körpertemperatur während der Schwangerschaft zusammen. Für die tägliche Dusche (besser als ein Vollbad) sollte ein Duschzusatz benutzt werden, der den natürlichen Fettgehalt der Haut nicht stört. Ansonsten drohen Infektionsgefahr und Juckreiz. Auf jeden Fall sollte man auf Vaginalduschen (egal mit welchem Zusatz) verzichten.

Übrigens ist es normal, wenn sich in der Schwangerschaft die Menge an Scheidensekret deutlich erhöht. Nach der Dusche sollten Brust und Bauch, aber auch Hüften und Oberschenkel leicht massiert werden. Besonders gerne wird Schwangeren die Zupfmassage ans Herz gelegt. Das soll helfen, die Haut geschmeidig zu halten - falls Kinder, Beruf und Partner Ihnen Zeit dafür lassen.

 

18. Woche

Auf einmal spüren Sie ihr Kind (18 bis 20.Woche)! Wenn Sie zum ersten Mal schwanger sind, werden Sie einige Zeit brauchen, um dahinter zu kommen, dass diese leichte "Schmetterlingsberührung" der Tritt oder Schlag Ihres ungeborenen Sprösslings war. Eine wundervolle Berührung, die allerdings gegen Ende der Schwangerschaft recht kräftig und manchmal auch schmerzhaft werden kann. Warten Sie nur ab, Ihr Kind hat noch so einiges auf Lager!

Sollte es zwischen den vierwöchigen Vorsorgeuntersuchungen zu Beschwerden kommen, wie etwa anhaltendes Ziehen im Bauch, Blutungen oder Schwindelanfälle, zögern Sie nicht, Ihren Arzt auch spontan aufzusuchen.

In dieser Phase der Schwangerschaft geht es den meisten Frauen seelisch wie körperlich blendend. Anfängliche Beschwerden sind endgültig verschwunden, die Freude aufs Kind nimmt Überhand, Energie und gute Laune kehren zurück. Ein zusätzliches Wärmeempfinden ("das Stövchen vor dem Bauch") ist normal - im Winter angenehm, im Sommer allerdings manchmal ein wenig lästig. Verstopfung kann eine mühsame Begleiterscheinung sein. Auch wenn sie sehr hartnäckig wird, bitte nicht ohne den Rat des Frauenarztes ein Abführmittel nehmen!

 

19. Woche

Das Baby wiegt jetzt rund 200 Gramm - so viel wie zwei Tafeln Schokolade! Von Kopf bis Fuß ist es auf etwa 19 Zentimeter gewachsen. Die Nervenfasern vernetzen sich zunehmend, die Muskeln werden stärker, die Bewegungen bestimmter und die Feinmotorik beginnt sich zu entwickeln. Ihr Kind hat sich ein eigenes Fitnessprogramm ausgedacht, um seine Muskulatur mit Greifen, Wenden, Treten und Boxen weiter aufzubauen. Feiner Flaum bedeckt den gesamten Körper des Babys, die so genannten Lanugohaare. Langsam beginnt der Fötus nun auch Fett anzusetzen. Auf dem Ultraschall (die Zweite der Ultraschalluntersuchungen steht in dieser Woche an) sieht man nun deutlich die Plazenta, Schluckbewegungen des Kindes, das Gehirn sowie den Beweis dafür, dass der Tastsinn ausgebildet ist: Der Fötus zieht seinen Fuß zurück, wenn es an die Gebärmutterwand stößt. Vielleicht haben Sie auch Glück und Ihr Baby lutscht gerade am Daumen, wenn Sie es per Ultraschall in seiner "Einzimmerwohnung" besuchen.

Spätestens jetzt fängt Ihr Bauch an deutlich zu wachsen. Die Schwangerschaft wird nun vermutlich auch für andere sichtbar: Zeit für gemütliche Schwangerschaftshosen, Kleider und was sonst noch zum Wohlfühlen dazugehört. Ihr Bauch ist allerdings noch nicht so dick, dass er Sie behindert - die beste Zeit für einen unbeschwerten Urlaub mit dem Partner bzw. den älteren Kindern. Sollten Sie allerdings Pläne für eine Fernreise, große klimatische Umstellungen oder ungewohnte Höhenlagen hegen, sollten Sie diese unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen.

 

20. Woche

Halbzeit! Und Ihr Kind kann hören. Es ist nicht nur imstande, Ihren Herzschlag, das Rauschen Ihres Blutes oder das Grollen Ihrer Eingeweide zu hören. Das Baby nimmt Geräusche der Außenwelt wahr. Es reagiert auf Rhythmen, Geräusche und Lieder. Wenn Sie in diesem Stadium anfangen, Ihrem Baby vorzusingen, wird es dieselben Lieder nach der Geburt wieder erkennen!

Die endgültige Anzahl der Nervenzellen - 12 bis 14 Milliarden - ist jetzt vorhanden. Wenn das Gehirn mit 18 Jahren ausgereift ist, beginnt der langsame Abbau der Zellen.

Stillen oder nicht? Sind Sie noch unentschlossen? Für einige Frauen kann es sinnvoll sein, mit der Vorbereitung der Brust (Schlupfwarzen) auf das Stillen langsam zu beginnen. Welche Methode Sie auch immer wählen werden, die Flasche oder das Stillen, darin unterscheidet sich nicht die gute von der schlechten Mutter! Übrigens: Erschrecken Sie nicht, wenn aus dem Busen schon jetzt vereinzelt ein wenig Milch tropft. Die natürliche Vorbereitung Ihres Körpers auch auf die Zeit nach der Geburt ist bereits in vollem Gange.

 

21. Woche

Ihr Baby ist ein Langschläfer. 16 bis 20 Stunden am Tag schläft der Sprössling, manchmal tief, manchmal leicht. Den Rest seines Tages verbringt er mit Purzelbaumschlagen und aktivem "Sportprogramm". Manchmal können Sie die Stöße nun auch schon an der Bauchdecke beobachten - der Bauch beult sich an einer Stelle plötzlich aus. Jetzt kann auch Ihr Partner sein Baby deutlich spüren. Das Baby misst von Kopf bis Fuß rund 21,5 Zentimeter und wiegt ca. 335 Gramm.

Jede zweite Frau leidet an Sodbrennen, das heißt, dass der Schließmuskel zum Magen durch den Druck der Gebärmutter manchmal offen stehen bleibt - dadurch fließt Säure zurück. Einfache Hausmittel können Linderung bringen. Manchmal hilft schon ein Glas Milch oder das lange Kauen von Haselnüssen oder Mandeln. Durch vermehrte Wassereinlagerungen können Hände und Füße leicht anschwellen - unangenehm, aber normal. In jedem Fall sollte man auch diese Beschwerde beim nächsten Arztbesuch ansprechen - gegebenenfalls wird er die Ursachen hierfür genauer untersuchen.

Höchste Zeit, sich für den Geburtsvorbereitungskurs anzumelden! Falls Sie keine Hausgeburt oder eine Geburt in einem Geburtshaus planen, idealerweise gleich in der Klinik, die Sie für die Geburt ausgesucht haben. Auch die Hebamme, die Sie während und nach der Geburt im Wochenbett betreuen soll, sollten Sie jetzt kennen lernen. Schon während der Schwangerschaft hat sie immer ein offenes Ohr für Ihre Ängste und Probleme.

 

22. Woche

Inzwischen ist die Haut Ihres Baby undurchsichtig und rötlich. Allerdings noch sehr runzelig, da der Körper des Ungeborenen noch dünn ist und nicht genügend Fett angesetzt hat. Dafür sind seine Proportionen nun besser auf den Kopf abgestimmt, der nicht mehr so riesig erscheint. Die Gesichtsmerkmale ähneln nun schon sehr denen eines Neugeborenen. Ob Ihr Baby ein Junge oder Mädchen wird, kann der Arzt jetzt im Ultraschall je nach Lage des Kindes erkennen. Allerdings wird er diese Untersuchung nicht alleine zur Bestimmung des Geschlechtes durchführen.

Die nächste Vorsorgeuntersuchung steht an. Der Arzt kontrolliert, ob Ihr Kind sich normal entwickelt, wie schnell sein Herz schlägt, wo die Plazenta sitzt und wie das Kind im Bauch liegt. Kopfumfang, Brustumfang und Länge des Babys werden gemessen und mit dem errechneten Geburtstermin verglichen. Geprüft wird auch, ob der Muttermund gut verschlossen ist und ob keine Scheideninfektion vorliegt.

Die Körperpflege wird für Sie jetzt immer wichtiger, da das Gewebe von Bauch und Brust durch das rasche Wachstum unter extremer Belastung steht. Die ersten Schwangerschaftsstreifen können auftauchen. Sie verschwinden auch nach der Geburt nicht mehr, allerdings verblassen sie mit der Zeit. Auf jeden Fall sollten Sie Ihr Gewebe durch Massage und regelmäßiges Einreiben mit Hautöl oder Creme unterstützen.

 

23. Woche

Ihr Kind bekommt Haare, spärlich, aber immerhin. Auch die Nägel beginnen zu wachsen. Die Gehirnzellen reifen, und Ihr Kind ist imstande, zu begreifen und sich zu erinnern. Ständig übt es, den Daumen in den Mund zu stecken und daran zu saugen - überlebenswichtig, um nach der Geburt nicht zu verhungern.

Von nun an beginnt das Kind, die Stimme des Vaters zu erkennen und kann sie nach der Geburt selbst unter vielen anderen Stimmen heraus hören - sofern es Papis Stimme oft genug durch die Bauchdecke hindurch vernehmen konnte.

Kribbeln, schwere Beine, Krampfadern, Wadenkrämpfe und Hämorrhoiden sind die nächsten möglichen Quälgeister Ihrer Schwangerschaft. Bei Bedarf verordnet der Arzt eine geeignete Therapie, zum Beispiel Magnesium bei Wadenkrämpfen und Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern - was allerdings im Sommer zu einer heißen Qual werden kann.

 

24. Woche

Der Kopfdurchmesser Ihres Babys hat jetzt rund 6,1 cm erreicht. Vom Scheitel bis zur Sohle ist der kleine Knirps nun rund 26 cm groß. Er wiegt ca. 500 Gramm, vergleichbar mit zwei Stück Butter. Die Augen sind zwar noch geschlossen, aber es wachsen schon die Wimpern. Die Augenbrauen zeichnen sich ab, die geschlossenen Lieder verbergen schon die Augenfarbe Ihres Babys! Ihr Kind hat nun seinen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus gefunden. Der kann allerdings nach der Geburt für die ein oder andere Nachtschicht sorgen!

Gegen Ende diesen Monats erreicht die Gebärmutter Nabelhöhe.

Viele Ratgeber empfehlen, bei Autofahrten den Gurt so anzulegen, dass er unter dem Bauch liegt, um somit dem Kind bei einem eventuellen Auffahrunfall so wenig wie möglich zu schaden.

Die zusätzliche Einnahme von Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium und Calcium sollten Sie ebenfalls beim Arzt ansprechen, besonders wenn Sie unter Müdigkeit und Kopfschmerzen leiden.

 

25. Woche

Das Baby trinkt Mengen von Fruchtwasser und es kann davon Schluckauf bekommen! Wenn Sie also ein rhythmisches Pochen oder Klopfen im Bauch spüren: Kein Grund zur Sorge. Ihr Kind hat einen kleinen Hicks. Das Wasser wird von Haut und Mund des Kindes aufgenommen und teilweise in Form von Urin wieder ausgeschieden. Am Ende der Schwangerschaft wird das Fruchtwasser innerhalb von zwei Stunden erneuert. Die Fruchtwassermenge schwankt während der gesamten Schwangerschaft zwischen 300 ml und 1,5 Liter. Die Nervenzellen Ihres Kindes knüpfen jetzt ein kompliziertes Netzwerk, das für die Weiterleitung von Informationen wichtig ist.

Ihre Organe werden durch das schnell wachsende Baby aus ihrer eigentlichen Lage verdrängt. Die Atmung kann mühsamer werden, und auch der Gang zum Klo wird öfter nötig. Durch die Gewichtszunahme und -verlagerung kann es immer häufiger zu Rücken- und Ischiasschmerzen kommen. Versuchen Sie ab sofort, Ihre Wirbelsäule zu schonen: Vermeiden Sie schweres Heben und tragen Sie Schuhe mit niedrigen Absätzen.

 

26. Woche

Das Kind bewegt sich viel. Noch ist genügend Platz in der Gebärmutter, um ausgiebig zu strampeln und zu turnen. Dabei stoßen immer wieder Füße, Hände, Rücken und Kopf an die Gebärmutterwand - so entdeckt das Baby seinen Tastsinn.

Ihr Kind misst nun vom Kopf bis zum Steiß ca. 19 cm, bis zum Fuß rund 30 cm. Es bringt ungefähr 650 Gramm auf die Waage. Sollte es jetzt zu einer Frühgeburt kommen, hat Ihr Kind bereits eine Überlebenschance!

Ihr Bauch kann jetzt schon sehr rund sein und vermutlich juckt die angespannte Haut immer häufiger. Zu Beginn der Schwangerschaft waren Sie ewig müde, nun beginnt die Schlaflosigkeit, als eine weitere unangenehme Begleiterscheinung, die zum Teil am Baby liegt. Dieses nutzt die Zeit, in der Sie still liegen, besonders gerne zum Toben. Hinzu kommen Krämpfe, eine durch die Dicke des Bauches verursachte, unbequeme Lage und daraus resultierende andere kleinere Beschwerden.

Auch Ängste vor der bevorstehenden Geburt können Sie wach halten. Schwangeren werden auf der anderen Seite besonders intensive Träume nachgesagt.
Das zweite Drittel Ihrer Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu, und Sie bringen wahrscheinlich um die sechs Kilogramm mehr auf die Waage. Ihr Baby beansprucht davon ein Kilo, den Rest verschlingen die Unterstützungssysteme des Fötus, Ihr wachsender Busen, die erhöhte Flüssigkeits- und Blutmenge im Körper.

 

27. Woche

Langsam machen sich die wachsenden Fettpolster bemerkbar. Die Haut Ihres Babys verliert zunehmend ihre unzähligen Falten und beginnt sich zu glätten. Mittlerweile ist Ihr Sprössling im Durchschnitt etwa 32 Zentimeter groß und wiegt 750 Gramm. In diesem Stadium fängt das Kind an, seine Körpertemperatur langsam selbst zu regeln. Aufgepasst, Ihr Kind lebt mit! Stimmen, Geräusche und auch Ihre Gefühle bleiben ihm nicht verborgen. So auch Ihr Stress, der sich direkt auf das Baby überträgt und es beispielsweise unruhig macht oder aufregt. Sie werden es an seinen Tritten und Hieben deutlich spüren!

Denken Sie an Ihren Vorsorgetermin! In Ihren Brüsten kann sich zu diesem Zeitpunkt schon die so genannte Kolostralmilch (Vormilch) bilden. Diese Milch ist leicht verdaulich und versorgt Ihr Kind nach der Geburt mit den ersten Mahlzeiten, solange bis die endgültige Muttermilch fließt.

 

28. Woche

Ihr Baby öffnet die Augen und ist in der Lage, hell und dunkel zu unterscheiden! Frisch auf die Welt gekommen, wird es als Erstes lernen, Bilder, die sich oft wiederholen, wieder zu erkennen. Das sind meist Mutter und Vater!

Das Kind trinkt mehr und mehr Fruchtwasser. Fast die gesamte Flüssigkeit durchläuft den Verdauungsapparat, wird von den Nieren gefiltert und wieder ausgeschieden - bis zu einem halben Liter Urin landet so täglich im Fruchtwasser!

Sie nehmen schnell zu. Nicht nur das Kind wächst, sondern auch die Plazenta und die Fruchtblase drücken auf die Waage. Fettpolster nisten sich bei Ihnen ein - ein natürliches Reservedepot, dem Sie nicht entrinnen können. Achten Sie auf Ihre Ernährung und - leichter gesagt als getan - versuchen Sie, Süßes zu vermeiden oder zumindest einzuschränken.

 

29. Woche

Das Gehirn Ihres Kindes bildet sich weiter aus. Ein kompliziertes Netz entsteht, welches für die Reizleitung der Nerven benötigt wird. Jeder "Strang" des Netzes (die Neuriten) wird zur schnelleren Übertragung der Reize mit einer Schutzhülle isoliert - die Nervenfasern entstehen.

Es ist ein langer Prozess, der erst mit etwa 20 Jahren abgeschlossen sein wird. Wenn Ihr Baby Geburtstag feiert, ist dieser Reifeprozess erst am Anfang. Der Grund dafür, dass der Sprössling nicht laufen oder sprechen kann. In den nächsten drei Jahren geht die Ummantelung rasch voran: Ihr Kind lernt laufen, sprechen, geht auf das Klo, und beginnt zusammenhängend zu denken.

Ein halbes Kilo mehr auf der Waage sind allein in dieser Woche keine Seltenheit! Ihr Bauch dehnt sich mehr und mehr, Ihr Nabel fängt langsam an, sich nach außen zu wölben. Treten Sie kürzer, vermeiden Sie größere Anstrengungen - auch im Sport! Konzentrieren Sie sich lieber auf die Schwangerschaftsgymnastik. In den folgenden Wochen sollten Sie Ihre sportlichen Aktivitäten dem Kind zuliebe vielleicht einschränken.

 

30. Woche

Die Haut des Ungeborenen wandelt ihre Farbe von rot zu rosa. Der kleine Körper wird runder, dank der Fettablagerungen, die nun bis zu acht Prozent seines Gewichtes ausmachen können. Nach der Geburt regulieren diese Energiepolster die Körpertemperatur des Neugeborenen. Zur Zeit misst Ihr Baby vom Scheitel bis zur Sohle etwa 34 Zentimeter und wiegt mittlerweile über ein Kilogramm.

Erscheint in der Mitte Ihres großen Bauches nun zu allem Überfluss auch noch eine gerade dunkle Linie? Das ist die so genannte linea nigra, die dank der zunehmenden Pigmentierung ihrer Haut auftreten kann. Keine Angst, einige Zeit nach der Geburt verschwindet auch sie wieder.

Höchste Zeit, sich für den Geburtsvorbereitungskurs anzumelden! Idealerweise gleich in der Entbindungseinrichtung, die Sie für die Geburt ausgesucht haben. Jetzt steht auch die dritte Ultraschalluntersuchung an. Bei dieser wird insbesondere darauf geachtet, ob das Kind sich zeitgerecht entwickelt hat und die Plazenta den Weg "nach draußen" nicht versperrt.

 

31. Woche

Vielleicht hat Ihr Baby schon einen tollen Haarschopf! Auf jeden Fall schluckt es weiter viel Fruchtwasser, das von Nieren, Darm und Magen verarbeitet wird. Es wird angenommen, dass das Fruchtwasser seinen Geschmack je nach Ernährung der Mutter ändert. Vielleicht mag Ihr Sprössling heute schon besonders gern Spaghetti?
Wie auch immer: Es entdeckt zumindest seinen Geschmackssinn. Etwa zwei Zentimeter hat Ihr Baby in dieser Woche an Größe gewonnen, sein Gewicht liegt bei rund 1.300 Gramm.

Die erste Milch, die für Ihr Baby bestimmt ist, heißt Kolostrum. Sie enthält zahlreiche Antikörper und ist daher extrem wichtig für Ihr Baby. Wenn Sie Ihre Brüste zusammenpressen, können Sie die Milch eventuell schon ein wenig austreten sehen.

Vorsicht vor Infektionskrankheiten! Bakterien und Viren können in diesem Stadium die Plazenta-Schranke passieren, da die Zottenwand dünner geworden ist, um größere Mengen Nährstoff passieren zu lassen. Für das Kind kann das sehr ernst werden. Also: Achten Sie auf Ihre Gesundheit und kontaktieren Sie Ihren Arzt, falls Sie unerklärlich Fieber bekommen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen oder Schwellungen im Gesicht auftreten oder eine Blasen- bzw. Scheideninfektion Sie plagt.

 

32. Woche

Es wird langsam eng in der "Einzimmerwohnung". Ihr Baby bewegt sich weniger und beschäftigt sich damit, eine bequeme Lage im Uterus zu finden. Sollte Ihr Kind bereits jetzt auf die Welt kommen, hätte es gute Überlebenschancen. Zwar sind seine Lungen noch nicht ausgereift, aber Dank der medizinischen Möglichkeiten, die Atmung zu unterstützen, besteht diese Chance.

In Vorbereitung auf die Geburt kann sich der Uterus zusammenziehen. Die Kontraktionen dauern etwa 20 Sekunden und es kann sein, dass Sie nichts davon spüren. Dafür spüren Sie vielleicht Ihr Becken, das schmerzt, da es sich gedehnt hat. Ab jetzt finden die Vorsorgeuntersuchungen alle zwei Wochen statt.

 

33. Woche

40 Zentimeter kann Ihr Kind schon groß sein und etwa 1.700 Gramm schwer. Ein letzter großer Purzelbaum steht in dem immer enger werdenden Zuhause an: Ihr Kind dreht sich in seine Geburtslage. Normalerweise liegt der Kopf unten und kommt als erster Teil des kindlichen Körpers auf die Welt. Das trifft in 95 Prozent der Fälle zu.

Vermeiden Sie es, Ihr zusätzliches Gewicht dadurch auszugleichen, dass Sie sich nach hinten lehnen: Die Perspektive ändert sich und somit auch Ihr Schwerpunkt. So kann es passieren, dass Sie häufig anstoßen oder Dinge aus den Händen verlieren.

 

34. Woche

Kalzium, Kalzium, Kalzium - Ihr Baby hat einen höheren Kalziumspiegel im Blut als Sie selbst! Es benötigt diese Unmengen zum Wachstum seiner Knochen. Die Plazenta schafft das Kalzium heran, indem sie die Reserven der Mutter anzapft. Das Baby wiegt nun rund 2.000 Gramm und ist etwa 41 Zentimeter lang. Die Fingernägel sind auch gewachsen und reichen bis an die Fingerspitzen.

Ende dieser Woche beginnt der Mutterschutz!

 

35. Woche

Eine grün-schwarze, klebrige Masse füllt die Gedärme Ihres Kindes, das Mekonium, auch Kindspech genannt. Es besteht aus Rückständen von Zellen und Fett aus dem Fruchtwasser, Lanugohaaren, Schleim und Gallenflüssigkeit. Nach der Geburt wird die Masse vom Kind ausgeschieden. Die meisten Kinder drehen sich spätestens jetzt in ihre endgültige Geburtslage.

Ihre Gedanken richten sich immer mehr auf die Geburt und das erwartete Kind. Wie wird es wohl aussehen? Haben Sie in Ihrer Wohnung schon einen gemütlichen Platz für Ihr Baby geschaffen?

 

36. Woche

Der feine Flaum, die Lanugohaare, die den gesamten Körper bedecken, fallen aus. Vereinzelt können aber noch Haarpartien an Beinen, Armen, Schultern und den Hautfalten zurück bleiben.

Ihr Baby hat noch kein eigenes Immunsystem. Es bekommt seine Antikörper über Sie und ist damit gegen alles geschützt, wogegen auch Sie Abwehrstoffe aufgebaut haben, zum Beispiel gegen Röteln oder Mumps.

Ihr Kind wächst immer weiter. Rund 43 Zentimeter ist es schon groß und wiegt etwa 2.200 Gramm.

Es kann zu unregelmäßigen Vorwehen kommen. Einige von diesen Kontraktionen können recht stark und schmerzhaft werden. Doch Sie kommen nicht oft vor und vor allen Dingen nicht in regelmäßigen Abständen. Das ist der feine Unterschied zu den richtigen Wehen, die in regelmäßigen Abständen auftreten. Packen Sie ihren Klinikkoffer! Zum Geburtstermin ist es nicht mehr lang, und vielleicht ist Ihr Baby neugierig und möchte schon früher auf die Welt.

 

37. Woche

Ihre Plazenta hat mittlerweile eine Größe von 20 bis 25 Zentimetern erreicht, ist drei Zentimeter dick und etwa 500 Gramm schwer. Genügend Fläche also, um den Austausch von Nährstoffen und Abfallstoffen zwischen Ihnen und Ihrem Kind zu gewährleisten. Die Plazenta produziert Hormone, die Ihre Brüste weiter anschwellen lassen. Aber nicht nur Ihre: Auch die Ihres Kindes, egal, ob Junge oder Mädchen, schwellen an. Die Schwellung geht nach der Geburt zurück (falls Sie Ihr Kind stillen, so auch erst beim Abstillen). Sollten Sie ein Mädchen bekommen, können diese Hormone einige Tage nach der Geburt eine leichte Vaginalblutung auslösen. Also: Kein Grund zur Sorge!

Haben Sie Schmerzen im unteren Teil Ihres Bauches? Das sind Ihre Gelenke im Becken, die langsam nachgeben, um dem Baby eine "freie Fahrt" zu ermöglichen. Das Nachgeben zieht an den Bändern, den sog. Mutterbändern und das schmerzt. Ihre Hüften werden breiter werden. Erst in etwa einem Jahr werden Sie voraussichtlich Ihre ursprüngliche Form wieder gefunden haben.

 

38. Woche

Rund 2.700 Gramm bringt Ihr Sprössling auf die Waage, er ist etwa 47 Zentimeter groß und hat einen Kopfdurchmesser von ca. 9,3 Zentimetern.

Ihr Baby produziert Kortison, ein Hormon, das die Lungen auf den ersten Atemzug vorbereitet. Denn sofort nach der Geburt ist der Blutkreislauf des Kindes ein anderer und nicht mehr mit dem Ihren verbunden. Eigenständig wird das gesamte Blut des Babys durch die Lunge strömen müssen, um den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zu gewährleisten. Falls jetzt geboren, zählt Ihr Kind nicht mehr zu den Frühgeburten.

Interessanterweise stellt man fest, dass viele Schwangere kurz vor der Geburt ungeheuer aktiv werden. Es werden der Boden gewienert, die Fenster geputzt, die Schränke ausgewischt, kurz: das "Nest" wird für den Neuankömmling herausgeputzt. Unterdrücken Sie nicht unbedingt diesen "Nestbau-Instinkt". Wer weiß, ob der nicht tiefere Gründe hat.

Sollten Sie mit Sorge auf die bevorstehende Geburt blicken: Das ist völlig normal. Vielleicht helfen Ihnen ein paar Strategien gegen die Angst.

 

39. Woche

Es ist zu eng. Ihr "Untermieter" hat seine Arme auf der Brust verschränkt, die Beine angewinkelt und bewegt sich kaum noch. Erschrecken Sie also nicht, wenn die Bewegungen Ihres Kindes nachlassen. Immerhin ist es mittlerweile rund 50 Zentimeter groß und um die 3.000 Gramm schwer!

Alles wartet auf die Ankunft Ihres Babys. Nicht selten wird eine Geburt auch künstlich eingeleitet. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie Diabetikerin sind, eine Herzkrankheit haben oder an Bluthochdruck leiden. Auch der Sprung der Fruchtblase oder die bevorstehende Ankunft von Zwillingen kann ein Grund sein.

 

40. Woche

An vielen kleinen Zeichen können Sie erkennen, dass die Geburt bevorsteht: z.B. an plötzlicher Müdigkeit oder Übelkeit. Grund dafür ist die hormonelle Veränderung, welche die Geburt auslöst. Der Schleimpfropf, der den Muttermund während Ihrer Schwangerschaft verschlossen hat, geht ab. Normalerweise passiert das ein bis drei Tage vor der Geburt. Grund in die Klinik zu fahren ist eine geplatzte Fruchtblase oder eine leichte Blutung; die Zeichnungsblutung. Natürlich auch regelmäßige Wehen alle zehn Minuten über mindestens eine Stunde sind ein Grund. Ein Ziehen im Rücken (im Bereich der Nieren), anfänglich kaum spürbar, wird im Laufe des Tages (der Nacht) stärker und regelmäßiger - kein Zweifel. Es ist so weit: Ihr Baby will auf die Welt!

Und ist dem noch nicht so, keine Panik. Lassen Sie sich von Eltern, Freunden und Bekannten nicht verrückt machen. Ihr Kind ist zwar noch nicht auf der Welt, das ist aber kein Grund zur Sorge. Als normal gilt eine Übertragung bis zu 14 Tagen. Regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Arzt überwachen Ihre und die Gesundheit Ihres Babys.

 

 


   

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